Kontinentaler vs. englischer Strickstil
Es gibt nicht „die eine Art“ zu stricken
Auf der ganzen Welt haben sich unterschiedlichste Varianten gebildet, wie Menschen stricken, und am Ende führen alle zum selben Ergebnis. Die wohl bekanntesten Techniken sind der „Kontinentale“ und der „Englische“ oder „Französische“ Strickstil. Aber es gibt noch weitere Stricktechniken: Beim „Portugiesischen“ Stricken wird der Arbeitsfaden zum Beispiel um den Nacken geführt, und die Maschen werden mit dem Daumen über die Nadel geschoben. Zudem gibt es diverse Untervarianten von kontinentalem und englischem Stricken, die sich in der Art und Weise, wie die Maschen gestrickt und von der Nadel abgehoben werden, unterscheiden.
Kontinentaler Strickstil
Der offensichtlichste Unterschied zwischen kontinentalem und englischem Stricken liegt in der Art und Weise, wie der Arbeitsfaden gehalten wird. Beim kontinentalen Strickstil wird der Arbeitsfaden in der linken Hand gehalten. Stricker*innen, die diesen Stil verwenden, wickeln den Arbeitsfaden um den Zeigefinger der linken Hand, um ihn nach oben zu spannen, sodass mit der rechten Nadel die neuen Maschen gebildet werden können.
Der kontinentale Strickstil wird in vielen europäischen Ländern, insbesondere in Skandinavien, Deutschland und Osteuropa, bevorzugt.
Englischer oder Französischer Strickstil
Im Gegensatz zum kontinentalen Stricken werden bei der englischen Methode die Maschen zwar ebenfalls mit der rechten Nadel aufgenommen, aber der Arbeitsfaden wird mit der rechten Hand über die rechte Nadel „geworfen“ (im Englischen „throwing“), um neue Maschen zu bilden. Dieser Stil erfordert mehr Bewegungsabläufe als der kontinentale Stil. Allerdings gibt es auch hier Variationen, bei denen der Arbeitsfaden um den Zeigefinger (der rechten Hand) gewickelt wird, wodurch sich das „Werfen“ beschleunigt. Eine weitere Variante ist das „Lever Knitting“, bei dem die Stricknadel unter dem Arm eingeklemmt wird. Es ist eine sehr schnelle Technik für glatt rechts.
Der Strickstil ist vor allem in englischsprachigen Ländern wie Großbritannien und den USA sowie in Frankreich und Belgien verbreitet.
Geschwindigkeit:
Der kontinentale Strickstil wird oft als schnellere Strickmethode angesehen, während der englische dafür als entspannter empfunden wird. Allerdings lässt sich vermutlich sagen, dass erfahrene Stricker*innen in beiden Techniken ein hohes Tempo erreichen können, sodass der Unterschied letztlich kaum ins Gewicht fällt 😌
Strickstile bei mehrfarbigen Strickstücken kombinieren
Beim Stricken von mehrfarbigen Mustern ist die Kombination der englischen und kontinentalen Stricktechnik eine beliebte Methode, um die Fäden beim Stricken klar auseinanderzuhalten. Dabei wird das Garn einer Farbe in der linken Hand und das Garn der anderen Farbe in der rechten Hand geführt.
Ob nun englisch, französisch, kontinental oder portugiesisch gestrickt wird: Jede Technik hat ihre eigenen Merkmale, jedoch ist keine besser als die andere. Wer sich dafür interessiert, kann auch einfach mal verschiedene Stile ausprobieren und schauen, welcher sich am natürlichsten anfühlt. Aber letztendlich ist das Wichtigste, dass das Stricken Freude bereitet 💗
Auf Strick ABC wird vorwiegend der kontinentale Strickstil praktiziert.